< Die eLSA IHS/PTS Jennersdorf - iPad-Klasse - inmitten internationaler Vorzeigeprojekte :-))
06.09.2012 09:01 Alter: 5 yrs

Think-Tank 2012 Einblicke

Über die Veranstaltung wurde schon berichtet, folgend soll ein kurzer Einblick in die einzelnen Veranstaltungsblöcke gewährt werden.


Alle 2 Jahre findet alternativ zur großen eLSA-Sommertagung ein eLSA-Think-Tank im kleineren Rahmen statt.

Auch zur heurigen Veranstaltung wurde über die PH-Burgenland eingeladen. Konzipiert wurde sie als Ideenkiste für die Entwicklung zukunftsweisender Strategien im eLearning Bereich. 

Schwerpunkte waren die Entwicklung von Organisationsentwicklungskonzepten, welche die Umsetzung von eLearning ermöglichen, von praktisch anwendbaren Unterrichtsszenarien, zeitgemäßen  Lehrer/innenfortbildungskonzepten sowie Vernetzungsarbeit auf allen Ebenen.

Dazu trafen sich die eLSA-Bundes- und Landeskoordinatoren/innen mit MR Mag. Helmut Stemmer vom 26. Bis 29. August in Kirchberg am Wechsel und wurden prominent verstärkt durch eine Reihe spannender Gäste:

Wolfgang Schüchner  aus dem Ministerbüro von BM Schmied,
Christoph Bauer, Experte zu Digital Project Delivery / Enterprise 2.0, München, zum Thema „Online Arbeit mit Großgruppen unter Einsatz der entsprechenden Tools“
Lotte Krisper zum Thema  "Vernetzungskompetenz"
Barbara Buchegger – Antworten auf Spitzer „digitale Demenz“ und zum Thema „Revolution durch Smartphones im Klassenzimmer“
Christian Gatterer zum Thema "Mobile Learning".
Ursula Seethaler  zum Thema „Evaluation von kreativ 2020 und Kommuniktion“

Einen Einblick zum Thema „Campaining“ bot Bernhard Drumel am Beispiel seiner vielfältigen Tätigkeiten bei Greenpeace (Development and Marketing Director, Greenpeace International 2006-2011, Vorstandsmitglied Greenpeace India, Vorstandsmitglied der Gemeinwohlökonomie):
Seine Tätigkeitsschwerpunkte „Begleitung und Umsetzung von Social Change Kampagnen, Strategieentwicklung – und beratung“ wurden praktisch erläutert und in einer Brainstormingrunde zum Thema „Kein Kind ohne digitale Kompetenzen“ strukturiert.  

Folgend soll ein kurzer Einblick in die einzelnen Veranstaltungsblöcke gewährt werden.

Den Auftakt am Montag bildete der Vortrag von Christoph Bauer zum Thema Online Kommunikation in Gruppen.
Zum Thema „Veränderung unseres Denkens durch E-Learning“ führte er aus, dass jedes Werkzeug Gruppen von Menschen verändert hat. Unser traditionelles und lineares Lernen ist nicht gehirngerecht, Lernen und Navigieren im Netzwerk ist ergonomischer. Lineare und dynamische Faktoren bedingen sich dabei gegenseitig.
Als Menschen sind wir sind “hardwired” für Empathie, brauchen somit persönliche Ansprechpartner. Dabei spielt Offenheit eine wichtige Rolle. Offenheit ermöglicht es, ohne Angst zu kritisieren, aber erst Kritik ermöglicht Fortschritt.
“Starke” Freunde sind nötig für die Empathie, aber viele “schwache” Freunde ermöglichen ein größeres Netzwerk.
“Andersheit” muss auch als Vorteil erkannt werden (z.B. bei Jobsuche).
Hierarchie behindert schnelle und spontane Kommunikationsprozesse.
Integration ist die Kunst des Koppelns: Wenn viele verschiedene Abteilungen existieren, wird die Vernetzung immer wichtiger, sonst kommt es zu “Wissens-Silos”.
Flexibilität ist dabei wichtig, aber das ist ein kritischer Punkt für die Schulen (über gemeinsame “Anknüpfpunkte”, z.B. Matura neu leichter erreichbar).
yammer wurde als internes social network zum Aufbrechen von “Wissenssilos” angeführt (alle mit der gleichen domain - Mail Adresse haben Zugang).
Die optimale Projektgruppe nach Morgan hat unter anderem Support von Oben, eine/n Projektleiter/in für den Überblick und die Koordination sowie IT-Profis oder Interessierte.

Zum Thema „Wie man Tools einführt“ sollte auf Folgendes geachtet werden:
Adoption statt Perfektion, welche Benefits bringt es (ev. youtube-Einführung), Kampagnen, Newsletter, Incentivierung (Badgeville), Gentile Nudging, Buddy-System

Lotte Krisper sprach am Nachmittag zum Thema  "Vernetzungskompetenz".
Sie machte uns mit dem Begriff „Social Artists“ vertraut. Diese sind schwer zu definieren, aber sehr wichtige Personen in einem sozialen System. Sie können flexibel verschiedene Rollen erfüllen.
Wichtige Rollen in einem sozialen System sind: creative scientist, enterpreneur, gate-keeper, sponsor, project manager
Gefahren sind ein „over-complete contract“ (kein Freiraum mehr) versus “Schlendrian” (zu viel Freiraum).
eLSA kann sich auch als „Community of Practice“ verstehen.
Es gab folgende Vorschläge für Lernaktivitäten, die relativ unaufwändig sind und vom Bundesteam übernommen werden könnten:

1)
MyPractice:

Once a month we invite one member of the community to talk about their job or current projects and the communities of practice or social learning issues that are currently coming up. The idea is to have a session that is direct and simple and only lasts 10 days. Apart from designating one person to be "it", this series is intended to be an informal and open-ended way for the community to get to know itself and to see the variation in what people do. We talk about what's difficult, challenging or rewarding about someone's work. The person who is "it" is invited to reflect on their experience, where they would like to go, and what opportunities or constraints they see.


2) CaseClinic (kollegiale Fallberatung)       

Case clinics are a fairly formal version of productive inquiry. The community comes together for a consulting session on a practical challenge faced by a member.

Example: A community can be a very efficient context for helping someone with a challenge because of the shared background of experience and practice. A member was bringing a problem to a community of electronic engineers. After a minute or so of sketching a diagram while explaining the situation, the presenter had everyone on the same page, ready to discuss what to do.


3) Shadow the Leader -
Wie es auf CPSquare läuft.
We’ve explored questions of leadership, legitimacy, community launch, community tools and how they work together, the intersection of community peripheries and multi-membership, business models, and the interaction of community and organizations.

  • The leaders we’ve shadowed have ranged from people who had never heard of CPsquare or communities of practice before to people who’ve been very involved in our community from the very beginning.
  • The basic form has been quite simple.  Our monthly teleconferences always start with: “How is your community?” or “What’s happening in your practice?” and we take it from there.

Barbara Buchegger sprach anschließend über „ Revolution durch Smartphones“ undWie umgehen mit Kindern, welche von ganz klein auf mit iPads und co aufwachsen?“
Sie stellte fest, dass Verbote auf Dauer nicht helfen werden.
Zusätzlich gibt es neue Herausforderungen wie die digitalen Schulbücher, welche völlig neue Möglichkeiten individualisierten Lernens ermöglichen bzw. noch ermöglichen werden.
In alternativen Schulen erlangt die Selbstorganisation eine zentrale Bedeutung, welche auch das Ziel hat, mehr Selbstverantwortung zu übernehmen.
Es wurde auch das Spitzer-Buch „Digitale Demenz“ angesprochen. Wozu die regelmäßige Computernutzung wirklich führt, dazu gibt es sehr unterschiedliche Aussagen und Erkenntnisse.
Auf jeden Fall lassen Negation und Verbote die Kinder mit den digitalen Medien alleine und zeigen ihnen weder die Möglichkeiten noch die Gefahren.
Kinder nutzen die Möglichkeiten, unabhängig davon, ob das von der Schule gewünscht wird oder nicht. Wenn der Einsatz der neuen Medien als sinnvolles, kreatives und persönliches Lernmedium in der Schule vermittelt wird, ist das sicherlich sinnvoller, als die Kinder damit alleine zu lassen und eine „Vogel-Strauß“-Politik zu betreiben.
Ein wesentlicher positiver Aspekt für die Kinder ist, dass sie die Möglichkeit haben, Gleichgesinnte zu finden und ihre Individualität vielfältiger zu entwickeln.

Es wurde „Ein Manifest für Kinder im 21. Jh.“ angedacht, in welchem folgende Aspekte und Werte  berücksichtigt werden sollten:
Toleranz, Respekt, Fairness (Teflonwerte)
Neugier, Weltoffenheit, Lernbereitschaft, Selbstorganisation, eigenverantwortliches Lernen
Kreativität, Kritikfähigkeit, Fragen stellen können
Potenziale! - Positives macht Lust auf mehr! Tools bestimmen Potenziale und Potenziale wählen Tools - Grenzen? Ruheräume? Aufhören können, Grenzen finden, Ansprechpersonen, Ergonomie, Kinder gern haben, gemeinsames Paddeln, Konvergenz - das richtige Maß finden, echte Probleme mit echten Werkzeugen (oder Simulationen) - problem based learning

Am Dienstag gab es einen Block „Ideenfindung zur Sommertagung 2013“
Der erste Teil diente zu einer Art brainstorming zur Sommertagung.
Ausgangspunkt war der Horizont Report 2012 zu „mobile and educat. apps“ – Eine zentrale Evaluierung wurde als nötig angeregt.
Innovative Unterrichtsszenarien und deren pädag. sinnvoller Einsatz (Tablets, gamebased Learning, …) sollen ein Schwerpunkt der Sommertagung sein.

Die Verbreiterung (und Standardisierung von ITG) wurden auch als nötig angesehen.
Die Sommertagung könnte als Auftaktveranstaltung für fachspezifische Communities of Practice dienen (Begleitung durch eLectures). Commitment sowie langfristiges gemeinsames Arbeiten wären Zielvorstellungen (ev. ein Jahr vor- und ein Jahr Nacharbeit).
Brücken zu eLC, NMS, Volksschulen sollen aufgebaut werden.
Kommunikation und eine Sammelstelle wäre wichtig, um Erfahrungsaustausch und  Wissen nachhaltig zu dokumentieren und sichern.
Good practice Beispiele könnten gesammelt werden, auch aus den letzten zwei Jahren (z.B. Ergebnisse der eLSA adv. Vernetzungstreffen).
Originelle Formate wie z.B. virtuelles teamteaching könnten vorgestellt werden.
Die Sommertagung soll als Schwungrad und Mittel der Verbreiterung von E-Learning dienen.
Delegierte könnten über die Landesschulräte mit einem Anforderungsprofil eingeladen werden.

Im nächsten Block sprach Christian Gatterer zu „Mobile Learning“
Smartphones sind omnipräsent, nur für Unterricht nicht?
Sozial Schwächere hatten bis vor einem Jahr die besseren Geräte, aber das ändert sich jetzt.
Als ihre Potenziale wurde angeführt: Multifunktionsgeräte für Kommunikation, Information, Produktion, Identifikation/Individualisierung, Verbindung der Lebenswelten, Disloziertes, zeitunabhängiges Lernen
Unterricht benötigt heute immer mehr Medienpädagogik. Medienkompetenz ist heute eine Variante kommunikativer Kompetenz.
Folgende Kompetenzen spielen im Medienzeitalter eine große Rolle:
technische Kompetenz, soziale und kommunikative Kompetenz, Informationsbewältigung, individuelle. Orientierung, demokratische Orientierung, Erwerb einer Wertehaltung
Neues Lernen erfordert eine neue Rollenverteilung: Lernen als Teamwork
Lehrer ist nicht Unter-richtender, sondern Auf-richtender.
Probleme gibt es eventuell mit den unterschiedlichen Systemen (Android, …)
Praktische Anwendungen von Smartphones wären z.B. Verwendung für Präsentation (mit Microbeamern), Projektarbeit (Rechechen, Kommunikation), Partnerarbeit (Audio-Dialog), Gruppenarbeit (Foto-, Videostories, Interview), Karteikartenlernen, gflash (in google.docs erstellen), augmented reality sowie Kreatives wie die Lomographie.

Am Nachmittag gab uns Bernhard Drumel einen kompetenten Einblick ins Thema Campaigning
Kampagnen sind die Basis für social change Projekte. Sie basieren auf
zielgerichteter Kommunikation und Information. Das
SOSTAC-Modell wurde vorgestellt.
Taktiken sind der Hebel, die man ansetzt, um die Strategie umzusetzen.
Optimal ist ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung.
Man kann dafür bei Metathemen ansetzen, welche bereits aktuell sind. Wir versuchten eine Art Schnellfassung einer Kampagne zu entwerfen und setzten bei dem aktuellen Thema digitale Kompetenz versus digitale Demenz an.
Ausgangspunkt war, dass echte digitale Kompetenz digitale Demenz verhindert.
Ziel wäre ein nationales Commitment im Regierungsprogramm spätestens Ende 2013:
„Kein/e 14 Jährige/e ohne digitale Kompetenz“, später erweitert auf „Keine Kinder ohne digitale Kompetenz“.
Es gab eine kurze Situationsanalyse (Wen soll man ansprechen? Stakeholderanalyse): BildungssprecherInnen, AMS, Wirtschaftssprecher, Lehrergewerkschaften, Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, Vorreiter Unternehmen, Innovationsvorreiter, Elternverbände, kritische Masse an LehrerInnen,
Schülervertretung, “Profiteure” in der Wirtschaft, internat. Vorreiter, Regierung, Medien, Experten

Die drei wichtigsten Stakeholder, die es zu überzeugen gilt, wurden identifiziert als:
BildungssprecherInnen, Lehrergewerkschaft, Elternverbände
Die wichtigsten Stakeholder, die uns unterstützen, sind:
Innovationsnetzwerker, Profiteure in Wirtschaft, internationale Vorreiter, Industriellenvereinigung/ WIKA

Danach wurden die Strategien erörtert:
Reframing in der Metakommunikation: Digitale Kreativität statt digitaler Demenz
Eine Überlebensstrategie in  einer digitalen Welt soll angedacht werden
Initiierung einer Curriculumdiskussion, um digitale Kompetenz zu positionieren
Erstellung eines Masterplans
Internationale Vorreiter sollen einbezogen werden
Lobbying/Überzeugungsarbeit der zentralen Stakeholder wäre wichtig
Netzwerke sollten zusammengebracht werden (eLSA zentraler Treiber?)
Fokussierte Medienkommunikation auf eine Idee / Neutralisierung der neg. Meinungsmacher

Anschließend ging es zu den Taktiken:
1.) Meta-Kommunikatiion: Serie von Videos (paradoxe Interventionen)
fb-Gruppen “Die digital Dementen” und “Die digital Kreativen”
Lancieren des Buchs „Darf ich helfen, Frau Lehrer“
Spielerisch können Gegenargumente persifliert werden
2.) Lobbying: Mögl. eine Partei als “Lichtträger” der Botschaft, virtueller Aktionismus
3.) Fokussierte Medienkommunikation: eLSA-App “Der Hit - Digifit”, Industriellenvereinigung: Inseratenkampagne, ...

Am Abend gab es dann noch eine Besprechung betreffend Sommertagung, bei der weitere Vorschläge gesammelt wurden.

Am Mittwoch Vormittag sprach Ursula Seethaler  zum Thema „Evaluation von kreativ 2020 und Kommunikation

Ausgangspunkt bildete die Fragestellung “Wie kommt die Innovation ins System?”.
Begleitplattformen (hier ning), sollen beim Austausch und der Vernetzung behilflich sein. Ein Grundproblem ist, dass viele engagierte Leute bereits auf vielen Plattformen präsent sind und die Zeit daher bei ihnen knapp ist.

Statistik der User der ning-Plattform: ca. 400, 40% direkt Pädagogischer Bereich (Lehrer), 22% PH/Uni, 11% BMUKK, L/SSR, 15% Extern (NGO, Privatwirtschaft); “ostlastig”: Wien 50%, Mehrzahl Nicht-Digital-Natives (neuer Begriff: Digital Inhabitants)
Verlauf der Nutzung: Abnehmend (vor allem wenig Returning Visits)
Erwartungen der Mitglieder zu Beginn: Relevante Player kennenlernen, gezielte Kommunikation
Feedbackrunde (nur 8 Personen): Hohe Kompetenz der Mitglieder, Moderierte Interviews, gute Qualität des Dialogs, Zeitmangel: zu viele Communities (Facebook, andere Netzwerke) ? Kommunikation die für die Mitglieder nicht hoch-relevant ist, wird aus Zeitmangel ignoriert.
Online Umfrage zum Ende: Rücklaufquote 20%, 40% öffnen die E-Mails, 16% lesen die E-Mails, ? hat sich 2012 eingeloggt; Nutzen für User: am laufenden Bleiben über Innovationen, Privatwirtschaftliche Nutzer: kommerzielles Interesse, aber auch was läuft im Bildungswesen
Persönliche Interviews (Lotte): ki2020 nicht sehr bekannt, Veranstaltungen und Termine wurde wahrgenommen, Mitglieder waren sehr engagiert, tolle Moderation von Lotte
Die Erwartung der Community - Schnittstelle zum BMUKK - wurde nicht erfüllt; der Zuhörer kam der Community abhanden.

In der anschließenden Diskussion wurde öfters erwähnt, dass es heutzutage wichtig ist, Informationen kampagnenartig zu vermitteln, um noch „durchzudringen“ und dabei unter Umständen auch auf Aktuelles „aufzuspringen“.

In der Schlussrunde wurde angeführt, dass das Programm äußerst interessant, aber einfach zu dicht war. Es gab ausgezeichnete ReferentInnen, was die volle Aufmerksamkeit erforderte und dafür zu wenige Pausen.