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17.02.2012 11:04 Alter: 90 days

Soeben veröffentlicht: FIM-Studie 2011 Familie, Interaktion & Medien

Untersuchung zur Kommunikation und Mediennutzung in Familien Erhebungszeitraum Frühjahr 2011; Veröffentlichung Februar 2012 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, Stuttgart


Für die FIM-Studie wurden im Frühsommer 2011 alle Familienmitglieder von 260 Familien in Deutschland (insgesamt 856 Personen, 468 Elternteile und 388 Kinder zwischen 3 und 19 Jahren) persönlich befragt. Zusätzlich wurde für eine Teilstichprobe dieser Basisuntersuchung eine Tagebuchbefragung durchgeführt, die das Kommunikations- und Medienverhalten in Alltagsituationen detailliert erfasst.

Betrachtet man Themen aus dem Medienbereich, so wird nach Auskunft der Eltern im Familienkreis am häufigsten über das Fernsehen und seine Inhalte gesprochen: 58 Prozent der Eltern tauschen sich in der Familie regelmäßig über das Fernsehen aus, etwa die Hälfte der Eltern unterhält sich in der Familie über Zeitungsmeldungen.

Für zwei Fünftel der Eltern sind Mediennutzungszeiten ein regelmäßiges Thema in der Familie, für ein Drittel das Internet. 14 Prozent der Eltern thematisieren regelmäßig Computerspiele in der Familie.

Familien sind sehr gut mit Medien ausgestattet: Computer, Internet, Fernseher, Radio, Handy und verschiedene Geräte zum Aufzeichnen von Fernsehinhalten gehören zur Standardausstattung so gut wie aller Haushalte. Etwa jeder fünfte Haushalt besitzt einen Tablet-PC.

Spielkonsolen sind bei Familien mit Kindern ab 6 Jahren zu 84 Prozent vorhanden. Auch dieKinder verfügen über eine breite Medienausstattung: Einen eigenen Computer für sich odergemeinsam mit den Geschwistern haben 17 Prozent der Kinder im Grundschulalter (6-11 Jahre) und 62 Prozent der Jugendlichen (12-19 Jahre). Jedes zehnte Kind von 6 bis 11 Jahren und 56 Prozent der Jugendlichen haben einen eigenen Internetzugang. Einen Fernseher haben 23 Prozent der Kinder zwischen 6 und 11 Jahren und 57 Prozent der Jugendlichen zur Verfügung.

Die Betrachtung der Mediennutzung der Eltern und der Kinder macht deutlich, dass dem Fernsehen in den Familien eine besondere Bedeutung zukommt. In der FIM-Studie liegt der Fokus auf der gemeinsamen Mediennutzung. 71 Prozent der Eltern sehen regelmäßig, also mindestens mehrmals pro Woche, mit ihren Kindern fern. Etwa die Hälfte hört gemeinsam Radio. 13 Prozent der Eltern nutzen regelmäßig mit zumindest einem Kind das Internet, deutlich seltener werden gemeinsam Computer- (4 %) und Konsolenspiele (3 %) gespielt.

In
der tagtäglichen gemeinschaftlichen Nutzung sind nur Fernsehen, Radio und Bücher relevant und – wenn man dies dazu nehmen will – telefonieren. Insgesamt ist das Fernsehen die häufigste gemeinsame Medientätigkeit von Kindern und Eltern. In der jüngsten Altersgruppe (3-5 Jahre) hat das Bücher lesen bzw. vorgelesen bekommen eine noch größere Bedeutung als das gemeinsame Fernsehen und auch Kassetten und CDs werden besonders häufig mit den Eltern angehört.

Das Internet ist für die meisten Familien selbstverständlich. 97 Prozent der Haushalte haben einen Internetanschluss, drei Viertel der Eltern sind regelmäßige Internetnutzer. Eltern nutzen das Shoppingportal eBay und das soziale Netzwerk Facebook besonders gern bzw. besonders häufig, vor allem jüngere Eltern sind auf Facebook aktiv.

Auch bei den Kindern (6-19 Jahre) sind Communities von besonderer Bedeutung. Facebook zählt für jeden Dritten zu den beliebtesten Seiten. Weitere Favoriten sind YouTube und die Seiten der VZ-Netzwerke. Bei jüngeren Kindern spielen auch die Onlineangebote von Fernsehanbietern und Spieleseiten eine Rolle. 13 Prozent der Eltern geben an, regelmäßig gemeinsam mit ihren Kindern das Internet zu nutzen – am häufigsten Shoppingseiten, Angebote von Sendern und Sendungen sowie Spielseiten.

Bei der Frage nach den Medienexperten der Familie sind die Rollen klar verteilt. Väter sind die Spezialisten im Umgang mit technischen Aspekten, vor allem beim Computer. Mütter werden für Fernsehinhalte und zum Thema Buch als kompetentestes Familienmitglied eingeschätzt, für Computerspiele sind die Kinder die Experten.

In aktuellen Fragen der Medienerziehung schätzen sich 21 Prozent der Eltern als sehr kompetent ein. Die Mehrheit mit 60 Prozent der Eltern formuliert dies mit etwas kompetent deutlich zurückhaltender. 14 Prozent schätzen sich weniger kompetent ein und fünf Prozent schreiben sich hier gar keine Kompetenz zu. Die Auswirkungen der Medienentwicklungen der letzten Jahre auf das Familienleben haben für den Großteil der Eltern sowohl positive als auch negative Aspekte. 14 Prozent empfinden die Entwicklung als negativ und für ein Viertel der Eltern hat die Medienentwicklung eindeutig positive Auswirkungen auf das Familienleben.

Dabei bewerten Eltern, die sich in Fragen der Medienerziehung als kompetent einschätzen, die Auswirkungen des Medienwandels eher positiv. Offensichtlich ist Medien(erziehungs)kompetenz geeignet, die Neuerungen der Medienwelt eher chancenorientiert zu nutzen und den Entwicklungen positiv zu begegnen. Familien in Medienkompetenzfragen zu stärken, ist also ein guter Beitrag, die Familien insgesamt zu unterstützen damit sie den Anforderungen des gesellschaftlichen Wandels gerecht werden können.