Die Zertifizierung des BBI vom 12. Juni 2012 aus Schülersicht
Die Aufregung war groß. Wann kommen sie endlich? Es ist schon neun, sie sollten schon da sein!
Die Schüler der Erlgasse waren wieder einmal auf Besuch bei uns. Wir hatten mit ihnen ein Musikprojekt laufen. Beide Klassen hatten Bilder angefertigt. Anschließend galt es, sowohl die Bilder der Erlgasse, als auch die unseren mit Hilfe der Musik zu beschreiben.
Über die Plattform Moodle ist es uns möglich, mit den Schülern der Erlgasse zu kommunizieren.
Eine vom Ministerium gesandte Kommission sollte unsere Kenntnisse bezüglich der Moodle-Plattform überprüfen. Sollte es uns gelingen die Kommission zu überzeugen, würden wir mit dem eLSA-Zertifikat belohnt: eLSA, E-Learning im Schul-Alltag.
"Hallo, hallo, guten Tag, Frau Intzés!"
Die Schüler waren bereits eingetroffen, es war kurz nach neun. Mit dabei ihre Lehrerin, Frau Professor Intzés. Wir begrüßten uns alle und nahmen Platz. Frau Professor Intzés fasste kurz den Ablauf des heutigen Tages zusammen. Zwei Jungen der Erlgasse waren in meiner Gruppe eingeteilt.
Ich hatte den Auftrag, gemeinsam mit Vicky und Angelika in die Klasse zu gehen, und die Kommission von unseren Kenntnissen über Moodle zu überzeugen, schließlich wollten wir ja alle zertifiziert werden.
Mit einigen Schülern aus der Erlgasse machten sich also Angelika und ich auf den Weg nach oben in unsere Klasse. Wenige Minuten später hatten sich die Schüler der Erlgasse mit einem bestimmten Benutzernamen und Passwort angemeldet. Und dann, dann kam das zermürbende Warten.
Die Minuten zogen sich dahin wie eine Ewigkeit. "Wann kommen diese Leute bitte, es ist fast Zehn!", dachte ich. Von Minute zu Minute. Einige plauderten miteinander, andere loggten sich bereits in Moodle ein. Vom Einloggen hielt ich jetzt noch nicht viel, schließlich sollten die Kommissäre sehen, wie wir uns anmelden.
"Hi!", keuchte Vicky.
"Vicky, wo warst du denn?", fragten Angelika und ich.
Vicky erklärte uns, man hätte ihr gesagt, sie solle noch ein wenig musizieren um die Kommission, die - während wir in der Klasse warteten - unten die Bilder und deren Vertonungen anhörte, zu unterhalten.
"Hallo."
Unsere Lehrerin, Frau Stanetty, war im Türrahmen erschienen und wunderte sich, warum wir nichts zu tun gehabt hatten. Sie überlegte kurz und bat uns, ihr schrittweise und ganz langsam, das Einloggen und Navigieren in Moodle zu erklären. Wir zeigten also reihum, wie man Moodle aufruft, wie man in unseren Kurs kommt, und schließlich auch wie man, bereits eingeloggt, im Café-Forum, einem, wie ich es gerne nenne, Tratsch-Forum, ein neues Diskussionsthema erstellt.
Frau Stanetty erzählte uns, sie hätte vor Jahren ebenfalls mit Moodle gearbeitet.
"Guten Tag!"
Mit dem plötzlichen Auftauchen der Kommissäre hatten wir nicht gerechnet. Wir begrüßten sie höflich. Und dann stellten sie uns auch die ersten Fragen. Eine Welle Angst überkam mich plötzlich. "Was, wenn ich eine Frage nicht beantworten kann?" Doch zu meiner Überraschung waren die Fragen mehr als einfach. Etwa zwanzig Minuten später mussten die Kommissäre bereits weiter in die nächste Klasse.
Gegen elf Uhr besuchten wir noch ein im Festsaal aufgeführtes Theaterstück. Es hieß: "Yilan, die kleine Schlange."
In diesem Theaterstück ging es um eine Familie. Eine Mutter, mit zwei Töchtern, die eine faul und schön, die andere gepeinigt von der Ungerechtigkeit. Sie musste immer hart arbeiten und wagte es nicht zu weinen, wehe ihr! Eines Tages beschloss sie, wegzugehen. Sie nahm den Hund, der immer durch die Gegend streunte, auf den Arm und … Nein, alles will ich nicht erzählen, ich will ja nicht zu viel verraten … Und dann gingen die Kinder. Wir plauderten noch eine Weile mit unserer Lehrerin über den Tag.
Wenige Minuten später erfuhren wir, dass wir nun eine Elsa-zertifizierte Schule sind.
David Djuric












